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Mechatronik 2009
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Mechatronik – Querschnittstechnologie für die Zukunft

Baden-Württemberg als „Bundesland der Tüftler“ – Heimat von Daimler, Porsche und Co. – genießt deutschlandweit höchs­­te An­­erkennung für innovative Techno­lo­gien. Zurückzuführen ist dieser, auch interna­tio­­nale, Bekanntheitsgrad auf den Ma­­schi­nenbau – die Schlüsselbranche Deutsch­­lands. Die Stellung, als exportführende Branche Deutschlands sowie als Partner in der Entwicklung und Umset­zung in­­no­vativer Ideen, hat der Maschi­nenbau nicht zuletzt der Mechatronik zu verdanken. Mit der interdisziplinären Herangehens­weise der Mechatronik liegt auf der Hand, dass es gerade diese Tech­­nologie ist, die den Ma­­schinenbau fit für den globalen Wett­­be­­werb macht: sie löst komplexe Aufga­­ben­­stellun­gen und bedient damit den steigen­­den Be­­darf der Kunden an Komplett­lösungen.


Kompetenzträger der Mechatronik
Baden-Württemberg beheimatet im Ma­­schinen- und Anlagenbau rund 1.650 Unternehmen mit 275.000 Mitarbeitern, die 59 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften – etwa ein Drittel des Gesamt­umsatzes im deutschen Maschinenbau. Unternehmen in Baden-Württemberg schafften über die vergangenen zehn Jah­­re 14 Prozent zusätzliche Ausbil­dungs­plätze und stellten 17 Prozent mehr In­­genieure ein. Baden-Württemberg kann mit Stolz behaupten, seinen Einfluss auf den Standard der Ausbildung professioneller Arbeitnehmer positiv zu nutzen: anspruchsvolle Ingenieursausbildungen findet man in der Region beispielsweise an Universitäten und Hochschulen in Stuttgart, Esslingen und Karlsruhe.

Über 50 Prozent der Arbeitnehmer in Baden-Württemberg arbeiten in „mecha­­tronischen“ Berufen, dies unterstreicht, dass der Maschinenbau die größte Trieb­­feder des Bundeslandes, und die Mecha­­tronik einer ihrer wichtigen Spannkraft­komponenten ist.

So gilt es, den Maschinenbau mit Pro­zess­­sicherheit und Innovation aufzuladen, da­­mit Standortsicherheit sowie Kom­­pe­­tenz in Branchen wie bespielsweise der Verpackungs­­in­­dus­­trie gewährleistet blei­­ben. Eine Chan­­ce für den Maschinenbau zeigt sich in der weltweit wachsenden Bedeutung der Ener­­giethe­ma­­tik, weshalb eine vorrangige Not­­wen­digkeit besteht, weitere, immer effi­zien­­te­re Lösungen her­­vorzubringen. Bis 2030 wird der Umsatz durch Effizienztechno­lo­­gien auf eine Bil­­lion Euro prognostiziert; das bedeutet einen Anteil von 15 Prozent des Indus­trieumsatzes in Deutschland.

Definition Mechatronik
Ihren Erfolg erzielt die Mechatronik durch das Zusammenspiel aus Mechanik, Elek­­tronik und Software – beginnend bei der Entwicklung bis hin zur Herstellung von Innovationen industrieller Erzeugnisse und Prozessgestaltung.

Damit ergeben sich neue Chancen für:

  • Den Markt: Produktverbesserungen und Er­­höhung des Kundennutzen schaf­­fen einen neuen Bedarf – sogar über den Maschi­nen­­bau hinaus im Bereich der Medizin- und Elek­­trotechnik, wie auch in der Metallverarbeitung.
  • Die Forschung und Entwicklung: Der in­­ter­­dis­­ziplinäre Denkansatz hilft Po­­ten­­ziale zu iden­­tifizieren. Dies vermag der Fokus auf die Optimierung eines einzel­­nen Aufgaben­­feldes oft nicht. Durch enge Verzah­­nung der Disziplinen kann der Innova­tions­schub erst entstehen, was Mechatronik als eine Quer­schnitts­­technologie hervorhebt.
  • Die Wertschöpfungsprozesse: Mecha­tro­­nik gilt als ein ganzheitlicher An­­satz, welcher von der Organisation der Un­­ter­nehmen, der Zusammenarbeit unter­­schiedlicher Dis­­ziplinen bis zur Inbe­­triebnahme und War­­tung reicht. Sie ist die Grundlage für mehr Kostenbe­wusst­­sein und dem Ein­­satz kreativer, höchst flexibler Technologien, die fähig sind Pro­­zesse zu intensivieren und zu verkürzen.
  • Maschinenbauer und Mechatroniker: Der Kundennutzen bestimmt ihre Kons­truk­tion, was Anlagen- und Komponen­ten­her­­stellern bei erfolgreicher Realisie­rung eine einzigartige Problemlöser-Kompe­­tenz zuweist.


Status Quo und Visionen
Was Mechatronik vermag, nämlich in­­no­­vative und flexible Handhabungstechnik, zeigt sich auch beispielsweise mit Fes­tos Mehrachsbaukasten:

Mit der Tripod-Kinematik bekommen Kons­­trukteure eine schnelle und effiziente Al­­ternative zu bisherigen Portallösungen. Die Kinematik greift dabei auf Standard­­komponenten aus dem modularen Festo Baukasten zurück. Es vereint damit alle Funktionalitäten von der Energiefüh­rungs­­kette über die Sensoren bis hin zur Ven­­tilinsel. Bedingt durch den konstruktiven Aufbau bietet der Tripod eine bessere Zugänglichkeit im Arbeitsraum als beispielsweise kartesische oder SCARA Ro­­boter. Zudem lässt er sich horizontal, ver­­­­tikal oder kopfüber einbauen. Die Koor­dination der Kinematik übernimmt eine Robotiksteuerung, die prädestiniert ist für High-Speed-Anwendungen.

Ideen wie die des „Energy Harvester“ zei­­gen, was die Mechatronik in Zukunft mög­­lich machen kann: frei nach dem Mot­­to Energie einfach aus der Umwelt zu ern­ten, entwickelte das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT) Energiesysteme für Systemlösungen. Eine Schlüssel­kom­­ponente des „Energy Harvesters“ stellen Mikrogeneratoren dar, die Energie aus Vibrationen, Stößen, Wärme und Strah­lung gewinnen.

Sie sind in der Lage, Ener­­gie direkt am Einsatzort eines Sen­­sor­knotens in elektrischen Strom umzuwan­­deln. Dadurch lassen sich wartungsfreie, drahtlose Sen­­­sor­­syste­me mit theoretisch unbegrenzter Lebens­dauer realisieren.


Die Vernetzung fördern
Die Stärken Baden-Württembergs verei­nen, den Austausch der Leistungs­trä­ger aus Wirtschaft und Wissenschaft ge­­währ­­leisten: das macht sich das Kom­­pe­tenz­­netzwerk Mechatronik zur Aufga­be. Über seine leistungsstarken Partner aus In­­dus­­trie, Dienstleistung, Forschung und Lehre hinaus, überzeugt das Kom­pe­tenz­netz­­werk Mechatronik BW durch das Po­­ten­­zial seiner technologischen Schwer­­punkte – sie reichen von Quali­fizie­rungs­maß­nah­­men über Energie­ef­fizienz bis hin zu Tech­­no­lo­gie- und Wis­­senstransfer. Auf diese Weise bündelt das Netzwerk Ba­­den-Württem­bergs Kom­­pe­­tenz in Punkto Mechatronik und macht die Re­­gion auch international bekannt.

Eine besondere Stärke liegt in ihrer Lö­­sungskompetenz – durch simultane und kooperative Entwicklung erfüllt man die stetig steigenden Anforderungen. Vor al­­lem die Partner des Netzwerks, unter ihnen etwa 80 Firmen, Forschungs­ein­richtungen und Institutionen, treiben die­­se Prozesse voran. Begleitend dazu, steht das Netzwerk im ständigen Hochschul- und Forschungskontakt. Auf diese Weise werden gesteckte Ziele schnell und mit dem nötigen Know-how erreicht – um auch in Zukunft dem guten Ruf Baden Württembergs gerecht zu werden.



 
    Copyright © 2009 Kompetenznetzwerk Mechatronik BW e.V. . Letzte Aktualisierung am 12.04.2010