Mechatronik – Querschnittstechnologie für die Zukunft
Baden-Württemberg als „Bundesland der Tüftler“ – Heimat von Daimler, Porsche
und Co. – genießt deutschlandweit höchste Anerkennung für
innovative Technologien. Zurückzuführen ist dieser, auch
internationale, Bekanntheitsgrad auf den
Maschinenbau – die Schlüsselbranche Deutschlands. Die
Stellung, als exportführende Branche Deutschlands sowie als Partner in der
Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen, hat der
Maschinenbau nicht zuletzt der Mechatronik zu verdanken. Mit der
interdisziplinären Herangehensweise der Mechatronik liegt auf der Hand,
dass es gerade diese Technologie ist, die den Maschinenbau
fit für den globalen Wettbewerb macht: sie löst komplexe
Aufgabenstellungen und bedient damit den
steigenden Bedarf der Kunden an Komplettlösungen.

Kompetenzträger der Mechatronik Baden-Württemberg beheimatet im
Maschinen- und Anlagenbau rund 1.650 Unternehmen mit 275.000
Mitarbeitern, die 59 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften – etwa ein Drittel
des Gesamtumsatzes im deutschen Maschinenbau. Unternehmen in
Baden-Württemberg schafften über die vergangenen zehn Jahre 14 Prozent
zusätzliche Ausbildungsplätze und stellten 17 Prozent mehr
Ingenieure ein. Baden-Württemberg kann mit Stolz behaupten, seinen
Einfluss auf den Standard der Ausbildung professioneller Arbeitnehmer positiv zu
nutzen: anspruchsvolle Ingenieursausbildungen findet man in der Region
beispielsweise an Universitäten und Hochschulen in Stuttgart, Esslingen und
Karlsruhe.
Über 50 Prozent der Arbeitnehmer in Baden-Württemberg arbeiten in
„mechatronischen“ Berufen, dies unterstreicht, dass der Maschinenbau
die größte Triebfeder des Bundeslandes, und die Mechatronik
einer ihrer wichtigen Spannkraftkomponenten ist.
So gilt es, den Maschinenbau mit Prozesssicherheit und
Innovation aufzuladen, damit Standortsicherheit sowie
Kompetenz in Branchen wie bespielsweise der
Verpackungsindustrie gewährleistet
bleiben. Eine Chance für den Maschinenbau zeigt sich in der
weltweit wachsenden Bedeutung der Energiethematik,
weshalb eine vorrangige Notwendigkeit besteht, weitere, immer
effizientere Lösungen hervorzubringen. Bis 2030
wird der Umsatz durch Effizienztechnologien auf eine
Billion Euro prognostiziert; das bedeutet einen Anteil von 15 Prozent
des Industrieumsatzes in Deutschland.
Definition Mechatronik Ihren Erfolg erzielt die
Mechatronik durch das Zusammenspiel aus Mechanik, Elektronik und
Software – beginnend bei der Entwicklung bis hin zur Herstellung von
Innovationen industrieller Erzeugnisse und Prozessgestaltung.
Damit ergeben sich neue Chancen für:
- Den Markt: Produktverbesserungen und Erhöhung des Kundennutzen
schaffen einen neuen Bedarf – sogar über den
Maschinenbau hinaus im Bereich der Medizin- und
Elektrotechnik, wie auch in der Metallverarbeitung.
- Die Forschung und Entwicklung: Der
interdisziplinäre Denkansatz hilft
Potenziale zu identifizieren. Dies vermag der
Fokus auf die Optimierung eines einzelnen Aufgabenfeldes
oft nicht. Durch enge Verzahnung der Disziplinen kann der
Innovationsschub erst entstehen, was Mechatronik als eine
Querschnittstechnologie hervorhebt.
- Die Wertschöpfungsprozesse: Mechatronik gilt als ein
ganzheitlicher Ansatz, welcher von der Organisation der
Unternehmen, der Zusammenarbeit unterschiedlicher
Disziplinen bis zur Inbetriebnahme und Wartung
reicht. Sie ist die Grundlage für mehr Kostenbewusstsein und
dem Einsatz kreativer, höchst flexibler Technologien, die fähig sind
Prozesse zu intensivieren und zu verkürzen.
- Maschinenbauer und Mechatroniker: Der Kundennutzen bestimmt ihre
Konstruktion, was Anlagen- und
Komponentenherstellern bei erfolgreicher Realisierung
eine einzigartige Problemlöser-Kompetenz
zuweist.
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Status Quo und Visionen Was Mechatronik vermag, nämlich
innovative und flexible Handhabungstechnik, zeigt sich auch
beispielsweise mit Festos Mehrachsbaukasten:
Mit der Tripod-Kinematik bekommen Konstrukteure eine schnelle und
effiziente Alternative zu bisherigen Portallösungen. Die Kinematik
greift dabei auf Standardkomponenten aus dem modularen Festo Baukasten
zurück. Es vereint damit alle Funktionalitäten von der
Energieführungskette über die Sensoren bis hin zur
Ventilinsel. Bedingt durch den konstruktiven Aufbau bietet der Tripod
eine bessere Zugänglichkeit im Arbeitsraum als beispielsweise kartesische oder
SCARA Roboter. Zudem lässt er sich horizontal,
vertikal oder kopfüber einbauen. Die Koordination der
Kinematik übernimmt eine Robotiksteuerung, die prädestiniert ist für
High-Speed-Anwendungen.
Ideen wie die des „Energy Harvester“ zeigen, was die Mechatronik in
Zukunft möglich machen kann: frei nach dem Motto Energie
einfach aus der Umwelt zu ernten, entwickelte das Institut für Mikro- und
Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT) Energiesysteme
für Systemlösungen. Eine Schlüsselkomponente des „Energy
Harvesters“ stellen Mikrogeneratoren dar, die Energie aus Vibrationen, Stößen,
Wärme und Strahlung gewinnen.
Sie sind in der Lage, Energie direkt am Einsatzort eines
Sensorknotens in elektrischen Strom umzuwandeln.
Dadurch lassen sich wartungsfreie, drahtlose
Sensorsysteme mit theoretisch unbegrenzter
Lebensdauer realisieren.
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Die Vernetzung fördern Die Stärken Baden-Württembergs
vereinen, den Austausch der Leistungsträger aus Wirtschaft und
Wissenschaft gewährleisten: das macht sich das
Kompetenznetzwerk Mechatronik zur Aufgabe. Über
seine leistungsstarken Partner aus Industrie,
Dienstleistung, Forschung und Lehre hinaus, überzeugt das
Kompetenznetzwerk Mechatronik BW durch das
Potenzial seiner technologischen Schwerpunkte –
sie reichen von Qualifizierungsmaßnahmen über
Energieeffizienz bis hin zu Technologie- und
Wissenstransfer. Auf diese Weise bündelt das Netzwerk
Baden-Württembergs Kompetenz in Punkto
Mechatronik und macht die Region auch international bekannt.
Eine besondere Stärke liegt in ihrer Lösungskompetenz – durch
simultane und kooperative Entwicklung erfüllt man die stetig steigenden
Anforderungen. Vor allem die Partner des Netzwerks, unter ihnen etwa
80 Firmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen, treiben
diese Prozesse voran. Begleitend dazu, steht das Netzwerk im ständigen
Hochschul- und Forschungskontakt. Auf diese Weise werden gesteckte Ziele schnell
und mit dem nötigen Know-how erreicht – um auch in Zukunft dem guten Ruf Baden
Württembergs gerecht zu werden.
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